Trauma und Traumafolgestörungen

Ein Trauma ist eine Verletzung der Psyche, die nicht jeder gleich verarbeitet. Manche Menschen erholen sich nach Wochen, andere entwickeln eine posttraumatische Belastungsstörung, eine komplexe PTBS, eine Anpassungsstörung oder eine andauernde Trauerstörung. Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Traumafolgestörungen nach ICD-11, erklärt, wie sich akute Reaktionen von chronischen Verläufen unterscheiden, und zeigt, wann eine fachliche Abklärung sinnvoll ist.

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Akute Belastungsreaktion (ABR)

Die akute Belastungsreaktion ist die normale Reaktion eines gesunden Nervensystems auf ein außergewöhnlich belastendes Ereignis. Sie ist in der ICD-11 bewusst nicht mehr als psychische Erkrankung gelistet (QE84), sondern als zu erwartende Stressreaktion. Symptome wie Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Dissoziation und intrusive Bilder klingen in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage bis Wochen ab. Dieser Beitrag erklärt, wann das Bild von einer beginnenden PTBS abzugrenzen ist und wann frühe Hilfe sinnvoll ist und wann nicht.

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Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, ICD-11 6B40) ist die anhaltende psychische Folge eines außergewöhnlich belastenden Ereignisses. Drei Kernsymptomgruppen prägen das Bild: ungewolltes Wiedererleben, aktive Vermeidung und dauerhafte Wahrnehmung einer Bedrohung. Dieser Artikel ordnet die ICD-11-Kriterien ein, erklärt typische Verläufe, beschreibt häufige Begleiterkrankungen und grenzt die PTBS von der komplexen PTBS und anderen Folgebildern ab.

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PTBS: Diagnose

Eine PTBS-Diagnose entsteht nicht in einem einzigen Test, sondern durch klinische Beurteilung, strukturierte Interviews und Fragebögen. Dieser Beitrag zeigt, wie eine Trauma-Abklärung tatsächlich abläuft, welche Instrumente (CAPS-5, PCL-5, PDS-5, IES-R) verwendet werden, wie ICD-11 und DSM-5 sich unterscheiden und wie eine PTBS von Depression, Anpassungsstörung oder dissoziativen Bildern abgegrenzt wird.

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PTBS: Ursachen und Risikofaktoren

Eine PTBS entsteht nicht aus dem Trauma allein, sondern aus dem Zusammenspiel von Trauma, Vorgeschichte, biologischer Verarbeitung und Lebensumständen danach. Dieser Beitrag erklärt prätraumatische, peritraumatische und posttraumatische Risikofaktoren, beschreibt die neurobiologischen Modelle (Furchtkonditionierung, Gedächtnisfragmentation, HPA-Achse) und zeigt, welche Schutzfaktoren das Risiko nachweislich senken.

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PTBS: Behandlung

Eine PTBS ist behandelbar, oft mit sehr guten Erfolgsaussichten. Die S3-Leitlinie empfiehlt traumafokussierte Psychotherapie als Verfahren der ersten Wahl: EMDR, traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie, prolongierte Exposition, kognitive Verarbeitungstherapie und narrative Expositionstherapie. Medikamente wirken als Ergänzung, nicht als Ersatz. Dieser Beitrag erklärt die einzelnen Verfahren, ihre Indikationen, den typischen Ablauf einer Trauma-Therapie und was nicht empfohlen wird.

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Komplexe PTBS (kPTBS)

Die komplexe PTBS (kPTBS, ICD-11 6B41) ist seit 2022 als eigenständige Diagnose anerkannt. Sie entsteht typischerweise nach wiederholter oder lang anhaltender Traumatisierung, oft in der Kindheit, und zeigt zusätzlich zu den PTBS-Kernsymptomen anhaltende Probleme bei der Affektregulation, im Selbstbild und in Beziehungen. Dieser Beitrag erklärt die Diagnose, grenzt sie von PTBS, Borderline-Persönlichkeitsstörung und dissoziativen Störungen ab und beschreibt den phasenorientierten Behandlungsweg.

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