Ob aus gelegentlichem Spielen ein ernstes Problem geworden ist, lässt sich von außen oft schwer erkennen – und Betroffene selbst spielen die Situation häufig lange herunter. Dieser Kurztest hilft Ihnen bei einer ersten ehrlichen Einschätzung. Er ist anonym, kostenlos und in weniger als einer Minute ausgefüllt: Beantworten Sie die 3 Fragen zu Ihrem Spielverhalten in den vergangenen 12 Monaten einfach mit Ja oder Nein.
Wie funktioniert der Test?
Der Test beruht auf dem Brief Biosocial Gambling Screen (BBGS), einem wissenschaftlich geprüften Kurzscreening, das auf Grundlage etablierter Diagnosekriterien für pathologisches Glücksspiel entwickelt wurde. Die drei Fragen decken drei zentrale Bereiche der Abhängigkeit ab: Entzugssymptome wie Unruhe und Gereiztheit (neurobiologisch), das Verheimlichen des Spielens (psychologisch) und finanzielle Probleme, die Hilfe von anderen nötig machen (sozial) – daher der Name „biosozial“. Trotz seiner Kürze erkennt der BBGS in Studien einen großen Teil der tatsächlich Betroffenen. Das Ergebnis ist eine Selbsteinschätzung und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose.
Auswertung: Was bedeutet mein Ergebnis?
Jede mit Ja beantwortete Frage zählt einen Punkt, der Gesamtwert liegt also zwischen 0 und 3 Punkten. 0 Punkte sprechen für ein niedriges Risiko. Bereits 1 Punkt gilt als möglicher Hinweis auf eine Glücksspielsucht – beobachten Sie Ihr Spielverhalten dann aufmerksam und ziehen Sie eine Beratung in Betracht. 2 bis 3 Punkte sprechen für ein hohes Risiko; in diesem Fall wird professionelle Hilfe dringend empfohlen. Diese Schwellen sind Screening-Werte, keine Diagnosegrenzen.
Was ist Glücksspielsucht?
Fachleute sprechen von einer Glücksspielstörung oder pathologischem Spielen – einer anerkannten psychischen Erkrankung, die in ihren Mechanismen anderen Abhängigkeitserkrankungen wie der Alkoholabhängigkeit ähnelt. Typisch sind Kontrollverlust über Einsätze und Spielzeiten, der wachsende Vorrang des Spielens vor anderen Lebensbereichen und das Weiterspielen trotz spürbarer negativer Folgen. Besonders riskant sind schnelle Spielformen mit kurzer Abfolge von Einsatz und Ergebnis, etwa Automatenspiele, Online-Casinospiele und Live-Sportwetten.
Woran erkenne ich problematisches Spielen?
Warnzeichen sind unter anderem: Sie spielen länger oder mit höheren Einsätzen als geplant, versuchen Verluste durch Weiterspielen zurückzugewinnen, verheimlichen das Ausmaß des Spielens, leihen sich Geld dafür oder vernachlässigen Arbeit, Familie und Interessen. Auch innere Unruhe, Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit bei dem Versuch, weniger zu spielen, sind ernste Signale. Glücksspielsucht entwickelt sich meist schleichend – und sie kann erhebliche finanzielle und familiäre Folgen haben, lange bevor Betroffene sie selbst als Sucht erleben.
Was tun bei Glücksspielsucht?
Der wichtigste Schritt ist, das Problem nicht länger allein mit sich auszumachen. Wirksame Hilfen sind: eine Selbst- oder Fremdsperre über das bundesweite Spielersperrsystem, kostenlose Suchtberatungsstellen vor Ort, das Online-Angebot Check dein Spiel des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (ehemals BZgA), Schuldnerberatung bei finanziellen Folgen sowie Selbsthilfegruppen. Eine Psychotherapie – insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie – gilt als wirksame Behandlung. Eine Online-Psychotherapie bei approbierten Therapeut:innen ist ohne lange Wartezeit möglich – passende Unterstützung finden Sie über unsere Therapeut:innensuche.
Selbsttest starten: 3 Fragen beantworten
Wurden Sie in den vergangenen 12 Monaten ruhelos, gereizt oder ängstlich, wenn Sie versucht haben, mit dem Spielen aufzuhören oder weniger zu spielen?
Haben Sie in den vergangenen 12 Monaten versucht, vor Ihrer Familie oder Ihren Freunden zu verbergen, wie viel Sie spielen?
Hatten Sie in den vergangenen 12 Monaten aufgrund Ihres Glücksspiels finanzielle Probleme in einem Ausmaß, dass Sie die Unterstützung von Familie oder Freunden benötigt haben?
Häufige Fragen
Ist dieser Test eine Diagnose? +
Nein. Der BBGS ist ein wissenschaftlich geprüftes Kurzscreening zur Selbsteinschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose. Ein auffälliges Ergebnis bedeutet, dass eine genauere Abklärung sinnvoll ist – zum Beispiel in einer Suchtberatungsstelle oder psychotherapeutischen Praxis.
Wie wird der Test ausgewertet? +
Jede mit Ja beantwortete Frage zählt einen Punkt, der Gesamtwert liegt zwischen 0 und 3. 0 Punkte sprechen für ein niedriges Risiko, 1 Punkt gilt als möglicher Hinweis auf eine Glücksspielsucht, 2 bis 3 Punkte sprechen für ein hohes Risiko. Schon bei einem Punkt lohnt es sich, das eigene Spielverhalten aufmerksam zu beobachten.
Wie zuverlässig ist ein Test mit nur drei Fragen? +
Der BBGS wurde gezielt als Kurzscreening entwickelt und erkennt in Studien einen großen Teil der Menschen mit einer Glücksspielstörung. Eine ausführliche Diagnostik kann er aber nicht ersetzen: Er zeigt, ob eine genauere Abklärung sinnvoll ist – nicht mehr und nicht weniger.
Ab wann ist Glücksspiel eine Sucht? +
Fachleute sprechen von einer Glücksspielstörung, wenn Betroffene über längere Zeit die Kontrolle über ihr Spielverhalten verlieren, das Spielen Vorrang vor anderen Lebensbereichen bekommt und trotz negativer Folgen fortgesetzt wird. Die Diagnose stellen Ärzt:innen oder Psychotherapeut:innen.
Kann ich mich vom Glücksspiel sperren lassen? +
Ja. In Deutschland gibt es ein bundesweites, spielformübergreifendes Spielersperrsystem, über das Sie sich selbst sperren lassen können; auch Angehörige können unter bestimmten Voraussetzungen eine Sperre anregen. Die Sperre gilt für legale Glücksspielangebote wie Spielhallen, Spielbanken, Sportwetten und Online-Glücksspiel.
Wo finde ich Hilfe bei Glücksspielsucht? +
Kostenlose und vertrauliche Hilfe bieten Suchtberatungsstellen vor Ort, das Online-Programm Check dein Spiel sowie Selbsthilfegruppen. Bei finanziellen Folgen hilft eine Schuldnerberatung. Eine Psychotherapie, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, gilt als wirksame Behandlung – auch online möglich.
Quellen
Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine professionelle medizinische Beratung.
Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine approbierte
Psychotherapeut:in oder Ärzt:in.