Ob der eigene Alkoholkonsum noch unbedenklich ist, lässt sich von innen heraus oft schwer beurteilen. Dieser Selbsttest hilft Ihnen bei einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Er ist anonym, kostenlos und in wenigen Minuten ausgefüllt. Beantworten Sie die 10 Fragen zu Ihrem Trinkverhalten, überwiegend bezogen auf die letzten 12 Monate. Die Antwortmöglichkeiten reichen je nach Frage von „Niemals“ bis „Täglich oder fast täglich“ oder beziehen sich auf Trinkmengen und einzelne Ereignisse.
Wie funktioniert der Alkohol-Test?
Der Test beruht auf dem Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT), der im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt wurde und international zu den am besten untersuchten Screening-Instrumenten für riskanten und abhängigen Alkoholkonsum zählt. Die zehn Fragen erfassen drei Bereiche: die Menge und Häufigkeit des Konsums, Anzeichen von Abhängigkeit wie Kontrollverlust sowie alkoholbezogene Probleme wie Erinnerungslücken, Schuldgefühle oder Verletzungen. Das Ergebnis ist eine Selbsteinschätzung und ersetzt keine ärztliche Diagnose.
Auswertung: Was bedeutet mein Ergebnis?
Jede Antwort wird mit 0 bis 4 Punkten bewertet, der Gesamtwert liegt zwischen 0 und 40 Punkten. Werte von 0 bis 7 sprechen für ein niedriges Risiko. Bei 8 bis 15 Punkten liegt ein mittleres Risiko vor – ein guter Anlass, den eigenen Konsum kritisch zu überdenken. Werte von 16 bis 19 deuten auf ein hohes Risiko hin; professionelle Beratung ist empfehlenswert. Ab 20 Punkten besteht ein sehr hohes Risiko für eine Alkoholabhängigkeit – hier sollten Sie dringend fachliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Wann wird Alkoholkonsum problematisch?
Der Übergang vom gesellschaftlichen Trinken zum riskanten Konsum verläuft meist schleichend. Warnzeichen sind: Sie trinken häufiger oder mehr als geplant, brauchen Alkohol zum Entspannen oder Einschlafen, verheimlichen Ihren Konsum oder vernachlässigen Aufgaben und Interessen. Bei einer Abhängigkeit kommen Kontrollverlust, starkes Verlangen (Craving), Toleranzentwicklung und Entzugserscheinungen wie Zittern, Schwitzen oder innere Unruhe hinzu. Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Überblick zur Alkoholabhängigkeit.
Abhängigkeit ist keine Willensschwäche
Eine Alkoholabhängigkeit entsteht durch ein Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren und ist eine anerkannte Erkrankung – keine Charakterfrage. Das zu wissen entlastet und macht den entscheidenden Schritt leichter: sich Unterstützung zu holen. Wichtig zu wissen ist auch, dass ein körperlicher Entzug bei ausgeprägter Abhängigkeit ärztlich begleitet werden sollte, da er unbehandelt gefährlich sein kann.
Was tun bei einem auffälligen Ergebnis?
Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt offen über Ihren Konsum – das Gespräch unterliegt der Schweigepflicht. Suchtberatungsstellen bieten in ganz Deutschland kostenlose und auf Wunsch anonyme Beratung an, auch für Angehörige. Welche Behandlungswege es gibt – vom qualifizierten Entzug bis zur Entwöhnungsbehandlung – lesen Sie in unserem Artikel zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit. Auch eine Psychotherapie kann helfen, die Funktion des Trinkens zu verstehen und Alternativen aufzubauen: Eine Online-Psychotherapie ist ohne lange Wartezeit möglich, passende Unterstützung finden Sie über unsere Therapeut:innensuche.
Selbsttest starten: 10 Fragen beantworten
Hat ein Verwandter, Freund oder auch ein Arzt schon einmal Bedenken wegen Ihres Trinkverhaltens geäußert oder vorgeschlagen, dass Sie Ihren Alkoholkonsum einschränken?
Haben Sie sich oder eine andere Person unter Alkoholeinfluss schon einmal verletzt?
Wie oft haben Sie sich während der letzten 12 Monate nicht mehr an den vorangegangenen Abend erinnern können, weil Sie getrunken hatten?
Wie oft hatten Sie in den letzten 12 Monaten wegen Ihrer Trinkgewohnheiten Schuldgefühle oder Gewissensbisse?
Wie oft brauchten Sie in den letzten 12 Monaten am Morgen ein erstes Glas, um sich nach einem Abend mit viel Alkoholgenuss wieder fit zu fühlen?
Wie oft hinderte Sie im Verlauf der letzten 12 Monate Ihr Alkoholkonsum, das zu tun, was von Ihnen erwartet wurde?
Wie oft stellten Sie im Verlauf der letzten 12 Monate fest, dass Sie mit dem Trinken nicht mehr aufhören können, wenn Sie einmal damit angefangen haben?
Wie oft trinken Sie sechs oder mehr alkoholische Getränke zu einer Gelegenheit?
Wenn Sie alkoholische Getränke zu sich nehmen, wie viel trinken Sie dann typischerweise an einem Tag?
Wie oft nehmen Sie ein alkoholisches Getränk zu sich?
Häufige Fragen
Ist dieser Alkohol-Test eine Diagnose? +
Nein. Der Test ist eine Selbsteinschätzung auf Basis des WHO-Screenings AUDIT und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Ein auffälliges Ergebnis bedeutet nicht automatisch eine Abhängigkeit – es ist ein Hinweis, den eigenen Konsum ernsthaft zu prüfen und gegebenenfalls fachlichen Rat einzuholen.
Wie wird der Alkohol-Test ausgewertet? +
Jede der 10 Fragen wird mit 0 bis 4 Punkten bewertet, der Gesamtwert liegt zwischen 0 und 40 Punkten. Werte von 0 bis 7 sprechen für ein niedriges, 8 bis 15 für ein mittleres und 16 bis 19 für ein hohes Risiko. Ab 20 Punkten besteht ein sehr hohes Risiko für eine Alkoholabhängigkeit; professionelle Hilfe wird dringend empfohlen.
Was ist der AUDIT? +
Der Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT) ist ein Fragebogen mit zehn Fragen, der im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt wurde. Er dient dazu, riskanten und abhängigen Alkoholkonsum frühzeitig zu erkennen, und wird weltweit in Forschung, Arztpraxen und Beratungsstellen eingesetzt.
Ab wann ist Alkoholkonsum riskant? +
Eine völlig risikofreie Alkoholmenge gibt es nach heutigem Forschungsstand nicht – je weniger, desto besser. Als besonders riskant gelten regelmäßiger Konsum größerer Mengen, Rauschtrinken mit fünf oder mehr Getränken bei einer Gelegenheit sowie Trinken, um Anspannung oder negative Gefühle zu regulieren.
Woran erkenne ich eine Alkoholabhängigkeit? +
Kennzeichen sind ein starkes Verlangen nach Alkohol, Kontrollverlust über Menge und Zeitpunkt des Trinkens, Toleranzentwicklung, Entzugserscheinungen wie Zittern oder Unruhe sowie fortgesetzter Konsum trotz spürbarer negativer Folgen. Treffen mehrere dieser Kriterien über längere Zeit zu, sollte eine fachliche Abklärung erfolgen.
Kann ich einen Alkoholentzug allein zu Hause machen? +
Davon ist bei ausgeprägter Abhängigkeit abzuraten. Ein abrupter Entzug kann zu ernsten Komplikationen wie Krampfanfällen oder einem Delir führen und sollte deshalb ärztlich begleitet werden – ambulant oder stationär. Sprechen Sie zuerst mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Suchtberatungsstelle über den sichersten Weg.
Wo finde ich Hilfe bei Alkoholproblemen? +
Erste Anlaufstellen sind die Hausarztpraxis und örtliche Suchtberatungsstellen, die kostenlos und auf Wunsch anonym beraten. Informationen und Adressen bieten die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (dhs.de) und das BZgA-Angebot kenn-dein-limit.de. Auch eine Psychotherapie kann ein wichtiger Baustein sein.
Quellen
Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine professionelle medizinische Beratung.
Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine approbierte
Psychotherapeut:in oder Ärzt:in.