Online sein gehört zum Alltag – doch wenn das Internet immer mehr Raum einnimmt und Verpflichtungen, Schlaf oder Beziehungen darunter leiden, lohnt ein genauer Blick. Dieser Test hilft Ihnen einzuschätzen, wie stark Ihre Internetnutzung bereits zwanghafte Züge trägt. Er ist anonym, kostenlos und in wenigen Minuten ausgefüllt. Beantworten Sie die 14 Fragen danach, wie oft das Beschriebene bei Ihnen vorkommt: nie, selten, manchmal, häufig oder sehr häufig.
Wie funktioniert der Test?
Der Test beruht auf der Compulsive Internet Use Scale (CIUS), die ein niederländisches Forschungsteam um Gert-Jan Meerkerk 2009 veröffentlicht hat. Die Skala zählt international zu den am häufigsten eingesetzten Instrumenten zur Erfassung zwanghafter Internetnutzung und wurde auch in großen deutschen Studien verwendet. Die 14 Fragen erfassen Kernmerkmale einer Abhängigkeit: Kontrollverlust, gedankliche Vereinnahmung, Entzugssymptome wie Unruhe und Gereiztheit, Konflikte mit dem Umfeld sowie die Nutzung des Internets zur Flucht vor Sorgen und negativen Gefühlen. Das Ergebnis ist eine Selbsteinschätzung und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose.
Auswertung: Was bedeutet mein Ergebnis?
Jede Antwort zählt 0 („Nie“) bis 4 Punkte („Sehr häufig“); der Gesamtwert liegt zwischen 0 und 56 Punkten. Werte von 0 bis 13 sprechen für ein niedriges, 14 bis 27 für ein mittleres, 28 bis 41 für ein hohes und 42 bis 56 für ein sehr hohes Risiko einer Internetsucht. In der Forschung wird ein Wert ab 28 häufig als Hinweis auf eine zwanghafte Internetnutzung gewertet. Diese Schwellen sind Orientierungswerte, keine diagnostischen Grenzen – entscheidend ist, wie stark die Nutzung Ihren Alltag und Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt.
Was ist Internetsucht?
„Internetsucht“ ist ein Alltagsbegriff; Fachleute sprechen von problematischer oder pathologischer Internetnutzung beziehungsweise von Internetnutzungsstörungen. Meist bezieht sich der Kontrollverlust nicht auf „das Internet“ insgesamt, sondern auf bestimmte Anwendungen: Computerspiele, soziale Medien, Streaming, Pornografie oder Online-Glücksspiel. Die Computerspielstörung (Gaming Disorder) ist inzwischen als eigenständige Diagnose in der internationalen Klassifikation ICD-11 anerkannt. Steht bei Ihnen das Glücksspiel im Vordergrund, ist unser Glücksspielsucht-Test (BBGS) der passendere Einstieg; geht es vor allem um das Smartphone, kann der Handysucht-Test ergänzende Hinweise geben.
Woran erkenne ich eine problematische Internetnutzung?
Typische Warnzeichen sind: Sie bleiben deutlich länger online als geplant und scheitern wiederholt an Vorsätzen, weniger zu surfen; Sie vernachlässigen Aufgaben, Schlaf oder Kontakte; Sie werden unruhig oder gereizt, wenn Sie nicht online sein können; und Sie nutzen das Internet zunehmend, um Sorgen, Einsamkeit oder gedrückter Stimmung zu entkommen. Gerade dieser letzte Punkt ist wichtig: Exzessive Nutzung ist oft ein Versuch, unangenehme Gefühle zu regulieren – und kann bestehende Belastungen wie depressive Verstimmungen weiter verstärken.
Was tun bei Internetsucht?
Hilfreiche erste Schritte: Protokollieren Sie Ihre Online-Zeiten, um ein realistisches Bild zu bekommen; identifizieren Sie Auslöser wie Langeweile, Stress oder Einsamkeit; legen Sie feste bildschirmfreie Zeiten fest und planen Sie bewusst Offline-Aktivitäten, die Ihnen guttun. Wenn der Kontrollverlust bestehen bleibt, der Leidensdruck wächst oder wichtige Lebensbereiche leiden, ist professionelle Hilfe sinnvoll – Suchtberatungsstellen und Psychotherapie, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, haben sich bewährt. Eine Online-Psychotherapie bei approbierten Therapeut:innen ist ohne lange Wartezeit möglich – passende Unterstützung finden Sie über unsere Therapeut:innensuche.
Selbsttest starten: 14 Fragen beantworten
... finden Sie es schwierig, mit dem Internetgebrauch aufzuhören, wenn Sie online sind?
... setzten Sie Ihren Internetgebrauch fort, obwohl Sie eigentlich aufhören wollten?
... sagen Ihnen andere Menschen (z.B. Partner, Eltern, Freunde), dass Sie das Internet weniger nutzen sollten?
... bevorzugen Sie das Internet statt Zeit mit anderen zu verbringen?
... schlafen Sie zu wenig wegen des Internets?
... denken Sie an das Internet, auch wenn Sie gerade nicht online sind?
... freuen Sie sich bereits auf Ihre nächste Internetsitzung?
... denken Sie darüber nach, dass Sie weniger Zeit im Internet verbringen sollten?
... haben Sie erfolglos versucht, weniger Zeit im Internet zu verbringen?
... erledigen Sie Ihre Aufgaben zu Hause hastig, damit Sie früher ins Internet können?
... vernachlässigen Sie Ihre Alltagsverpflichtungen (Arbeit, Schule, Familienleben), weil Sie lieber ins Internet gehen?
... gehen Sie ins Internet, wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen?
... nutzen Sie das Internet, um Ihren Sorgen zu entkommen oder um sich von einer negativen Stimmung zu entlasten?
... fühlen Sie sich unruhig, frustriert oder gereizt, wenn Sie das Internet nicht nutzen können?
Häufige Fragen
Ist dieser Test eine Diagnose? +
Nein. Die CIUS ist ein wissenschaftlich untersuchtes Screening-Instrument zur Selbsteinschätzung. Der Test ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose. Ein hoher Wert ist ein Hinweis darauf, dass sich eine genauere Abklärung lohnt – zum Beispiel in einer Suchtberatungsstelle oder psychotherapeutischen Praxis.
Wie wird der Test ausgewertet? +
Jede der 14 Antworten zählt 0 („Nie“) bis 4 Punkte („Sehr häufig“); der Gesamtwert liegt zwischen 0 und 56. Werte von 0 bis 13 sprechen für ein niedriges, 14 bis 27 für ein mittleres, 28 bis 41 für ein hohes und 42 bis 56 für ein sehr hohes Risiko. In Studien gilt ein Wert ab 28 häufig als Hinweis auf zwanghafte Internetnutzung.
Was ist die CIUS? +
Die Compulsive Internet Use Scale ist ein Fragebogen mit 14 Fragen zur zwanghaften Internetnutzung, den ein niederländisches Forschungsteam um Gert-Jan Meerkerk 2009 veröffentlicht hat. Sie zählt international zu den am häufigsten eingesetzten Instrumenten in diesem Bereich und wurde auch in großen deutschen Untersuchungen verwendet.
Ist Internetsucht eine anerkannte Krankheit? +
Eine allgemeine Diagnose „Internetsucht“ gibt es bislang nicht. Die internationale Klassifikation ICD-11 erkennt jedoch die Computerspielstörung (Gaming Disorder) als eigenständige Erkrankung an. Auch andere Formen problematischer Internetnutzung können erheblichen Leidensdruck verursachen und psychotherapeutisch behandelt werden.
Wie viel Zeit im Internet ist zu viel? +
Eine feste Stundengrenze gibt es nicht – entscheidend sind Kontrollverlust und Folgen. Problematisch wird die Nutzung, wenn Sie wiederholt länger online bleiben als geplant, Verpflichtungen, Schlaf oder Kontakte leiden und Sie das Internet zunehmend nutzen, um unangenehmen Gefühlen zu entkommen.
Was hilft gegen Internetsucht? +
Erste Schritte sind, die eigene Nutzung zu protokollieren, Auslöser wie Stress oder Langeweile zu erkennen, bildschirmfreie Zeiten festzulegen und Offline-Aktivitäten bewusst einzuplanen. Bleibt der Kontrollverlust bestehen, helfen Suchtberatungsstellen und Psychotherapie – insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie hat sich bewährt.
Quellen
Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine professionelle medizinische Beratung.
Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine approbierte
Psychotherapeut:in oder Ärzt:in.