Konzentrationsprobleme, innere Unruhe und ständiges Aufschieben können viele Ursachen haben – eine davon ist eine ADHS, die schon seit der Kindheit besteht, aber nie erkannt wurde. Dieser Selbsttest hilft Ihnen einzuschätzen, ob Ihre Beschwerden auf eine ADHS im Erwachsenenalter hindeuten könnten. Er ist anonym, kostenlos und in wenigen Minuten ausgefüllt. Geben Sie für jede der 6 Fragen an, wie häufig die beschriebene Situation bei Ihnen auftritt: niemals, selten, manchmal, oft oder sehr oft.
Wie funktioniert der ADHS-Test?
Der Test beruht auf der Adult ADHD Self-Report Scale (ASRS v1.1), die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeinsam mit einer Forschungsgruppe um den Psychiater Ronald C. Kessler entwickelt wurde. Die sechs hier verwendeten Fragen bilden den Kurz-Screener der Skala: Sie erfassen die Bereiche Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität, die sich in Studien als besonders aussagekräftig für ADHS im Erwachsenenalter erwiesen haben. Das Ergebnis ist eine Selbsteinschätzung und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose.
Auswertung: Was bedeutet mein Ergebnis?
Jede Antwort wird mit 0 („Niemals“) bis 4 Punkten („Sehr oft“) bewertet. Der Gesamtwert liegt damit zwischen 0 und 24 Punkten. Werte von 0 bis 10 sprechen für ein niedriges, Werte von 11 bis 15 für ein mittleres und Werte von 16 bis 24 für ein hohes Risiko, dass eine ADHS vorliegt. Diese Schwellen sind Orientierungswerte: Ein hoher Wert bedeutet nicht automatisch, dass Sie ADHS haben – er ist aber ein guter Anlass für eine fachliche Abklärung.
ADHS bei Erwachsenen: mehr als Zappeligkeit
ADHS beginnt in der Kindheit, bleibt aber bei einem erheblichen Teil der Betroffenen bis ins Erwachsenenalter bestehen. Die Symptome verändern dabei oft ihr Gesicht: Aus der sichtbaren Hyperaktivität des Kindes wird eine innere Unruhe und Getriebenheit; hinzu kommen Schwierigkeiten mit Organisation und Zeitmanagement, Aufschieben, Vergesslichkeit und hohe Ablenkbarkeit. Viele Erwachsene mit ADHS haben zudem gelernt, ihre Schwierigkeiten zu überspielen – um den Preis ständiger Anstrengung. Mehr dazu lesen Sie in unserem Überblick zu ADHS bei Erwachsenen.
Wann ist eine Abklärung sinnvoll?
Eine Abklärung lohnt sich, wenn Aufmerksamkeits- und Impulsivitätsprobleme bereits seit der Kindheit oder Jugend bestehen, in mehreren Lebensbereichen auftreten – etwa im Beruf und in Beziehungen – und Sie spürbar beeinträchtigen. Die Diagnose stellen Fachärzt:innen für Psychiatrie oder approbierte Psychotherapeut:innen in einem ausführlichen Gespräch, meist ergänzt durch strukturierte Interviews und Fragebögen. Wie das genau abläuft, erfahren Sie in unserem Artikel zur ADHS-Diagnose bei Erwachsenen.
Was tun bei Verdacht auf ADHS?
Notieren Sie konkrete Alltagssituationen, in denen Ihre Beschwerden auftreten – das erleichtert das Erstgespräch. Sprechen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt an oder wenden Sie sich direkt an eine psychotherapeutische Praxis. ADHS ist gut behandelbar: Je nach Ausprägung kommen Psychotherapie, Strategien für den Alltag und gegebenenfalls Medikamente infrage. Eine Online-Psychotherapie bei approbierten Therapeut:innen ist ohne lange Wartezeit möglich – passende Ansprechpartner:innen finden Sie über unsere Therapeut:innensuche.
Selbsttest starten: 6 Fragen beantworten
Wie oft haben Sie Probleme, die letzten Feinheiten einer Arbeit zum Abschluss zu bringen, nachdem Sie die wesentlichen Punkte erledigt haben?
Wie oft fällt es Ihnen schwer, Dinge in die Reihe zu bekommen, wenn Sie an einer Aufgabe arbeiten, bei der Organisation gefragt ist?
Wie oft haben Sie Probleme, sich an Termine oder Verabredungen zu erinnern?
Wie oft vermeiden oder verzögern Sie, die Aufgabe zu beginnen, wenn Sie vor einer Aufgabe stehen, bei der sehr viel Denkvermögen gefragt ist?
Wie oft sind Ihre Hände bzw. Füße bei langem Sitzen in Bewegung?
Wie oft fühlen Sie sich übermäßig aktiv und verspüren den Drang, Dinge zu tun, als ob Sie von einem Motor angetrieben würden?
Häufige Fragen
Ist dieser ADHS-Test eine Diagnose? +
Nein. Der Test ist eine Selbsteinschätzung auf Basis des ASRS-v1.1-Screeners und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose. Ein auffälliges Ergebnis ist ein Hinweis, dem Sie mit einer fachlichen Abklärung nachgehen sollten – mehr nicht, aber auch nicht weniger.
Wie wird der ADHS-Test ausgewertet? +
Jede der 6 Fragen wird mit 0 („Niemals“) bis 4 Punkten („Sehr oft“) bewertet, der Gesamtwert liegt zwischen 0 und 24 Punkten. Werte von 0 bis 10 sprechen für ein niedriges, 11 bis 15 für ein mittleres und 16 bis 24 für ein hohes Risiko einer ADHS. Die Schwellen sind Orientierungswerte, keine Diagnosegrenzen.
Was ist die ASRS v1.1? +
Die Adult ADHD Self-Report Scale (ASRS v1.1) ist ein Fragebogen zur Selbsteinschätzung von ADHS-Symptomen bei Erwachsenen, der von der WHO gemeinsam mit einer Forschungsgruppe um Ronald C. Kessler entwickelt wurde. Die sechs Fragen dieses Tests bilden den Kurz-Screener der Skala, der international in Forschung und Praxis eingesetzt wird.
Kann ADHS erst im Erwachsenenalter entstehen? +
Nach heutigem Wissensstand beginnt ADHS in der Kindheit. Bei vielen Betroffenen wird die Störung jedoch erst im Erwachsenenalter erkannt – etwa, weil die Anforderungen in Beruf und Alltag steigen oder die Symptome lange kompensiert wurden. Eine späte Diagnose ist deshalb keine Seltenheit.
Wie äußert sich ADHS bei Erwachsenen? +
Typisch sind Konzentrationsprobleme, hohe Ablenkbarkeit, Schwierigkeiten mit Organisation und Zeitmanagement, Aufschieben, Vergesslichkeit sowie innere Unruhe und Ungeduld. Die im Kindesalter oft sichtbare körperliche Hyperaktivität tritt bei Erwachsenen meist in den Hintergrund oder zeigt sich als Getriebenheit.
Wer stellt die Diagnose ADHS bei Erwachsenen? +
Die Diagnose stellen Fachärzt:innen für Psychiatrie und Psychotherapie oder approbierte psychologische Psychotherapeut:innen. Grundlage sind ausführliche Gespräche zur Vorgeschichte seit der Kindheit, strukturierte Interviews und Fragebögen; andere Ursachen der Beschwerden werden dabei ausgeschlossen.
Ist ADHS bei Erwachsenen behandelbar? +
Ja. Bewährt hat sich eine Kombination aus Psychotherapie – insbesondere verhaltenstherapeutischen Ansätzen mit Strategien für Organisation und Emotionsregulation – und, je nach Ausprägung, Medikamenten. Viele Betroffene erleben mit der richtigen Behandlung eine deutliche Entlastung im Alltag.
Quellen
Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine professionelle medizinische Beratung.
Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine approbierte
Psychotherapeut:in oder Ärzt:in.