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PTBS

Orientierender PTBS-Selbsttest: 9 Fragen zu Belastungssymptomen nach einem schlimmen Erlebnis, sofortige Auswertung mit Einordnung – kostenlos und anonym.

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Nach einem sehr belastenden Erlebnis reagieren Körper und Psyche oft heftig – das ist zunächst eine normale Reaktion auf ein außergewöhnliches Ereignis. Dieser Selbsttest hilft Ihnen einzuordnen, ob Ihre Beschwerden auf eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) hindeuten könnten. Er ist anonym, kostenlos und in wenigen Minuten ausgefüllt. Der Test umfasst 9 Fragen: Die ersten beiden beziehen sich auf Ihr Erleben während des schlimmsten Ereignisses und werden mit Ja oder Nein beantwortet. Die übrigen sieben Fragen beziehen sich auf die letzten vier Wochen. Geben Sie hier an, wie häufig das jeweilige Symptom aufgetreten ist: 0 (überhaupt nicht), 1 (einmal pro Woche oder seltener/manchmal), 2-4 (2- bis 4-mal pro Woche/die Hälfte der Zeit) oder 5+ (5-mal pro Woche oder öfter/fast immer).

Wie funktioniert der Test?

Der Test ist ein orientierender Selbsttest, der sich an etablierten Screening-Fragen zur posttraumatischen Belastungsstörung orientiert. Zwei Eingangsfragen erfassen, wie Sie das Ereignis selbst erlebt haben – etwa Hilflosigkeit oder starke Angst. Sieben weitere Fragen erfassen typische Symptombereiche: Vermeidung von Erinnerungen, Interessenverlust, Entfremdung, emotionale Taubheit, veränderte Zukunftserwartungen, Schlafstörungen und Schreckhaftigkeit. Das Ergebnis ist eine Selbsteinschätzung und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose – gerade bei möglichen Traumafolgen gehört eine sorgfältige Abklärung in fachkundige Hände.

Auswertung: Was bedeutet mein Ergebnis?

Der Gesamtwert liegt zwischen 0 und 23 Punkten. Werte von 0 bis 9 sprechen für ein niedriges, Werte von 10 bis 19 für ein mittleres und Werte ab 20 für ein hohes Risiko einer PTBS. Diese Schwellen sind Orientierungswerte, keine diagnostischen Grenzen. Auch bei einem niedrigen Wert gilt: Wenn Erinnerungen an ein belastendes Erlebnis Sie quälen, dürfen Sie sich Unterstützung holen.

Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung?

Eine PTBS kann nach Ereignissen entstehen, die als extrem bedrohlich oder überwältigend erlebt wurden – etwa nach Unfällen, Gewalt, sexualisierten Übergriffen, Naturkatastrophen oder dem plötzlichen Verlust eines nahestehenden Menschen. Typisch sind ungewollte, sich aufdrängende Erinnerungen (Intrusionen oder Flashbacks), Albträume, das Vermeiden von allem, was an das Ereignis erinnert, anhaltende Anspannung und Schreckhaftigkeit sowie emotionale Taubheit. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Übersichtsseite zu Trauma und Traumafolgen sowie im Beitrag zur posttraumatischen Belastungsstörung.

Normale Reaktion oder PTBS?

Wichtig zu wissen: Unruhe, Schlafprobleme, wiederkehrende Bilder und starke Gefühle sind in den ersten Tagen und Wochen nach einem belastenden Ereignis eine normale Verarbeitungsreaktion – bei vielen Menschen klingen sie von selbst wieder ab. Von einer PTBS spricht man erst, wenn die Symptome über längere Zeit anhalten – in der Regel mehr als vier Wochen –, sehr stark ausgeprägt sind oder den Alltag deutlich beeinträchtigen. Manchmal treten die Beschwerden auch erst Monate nach dem Ereignis auf.

Was tun bei Verdacht auf PTBS?

Nehmen Sie Ihre Beschwerden ernst, ohne sich unter Druck zu setzen: Eine verlässliche Tagesstruktur, Bewegung und der Kontakt zu vertrauten Menschen können in der ersten Zeit stabilisieren. Wenn die Symptome anhalten oder stark belasten, ist eine professionelle Abklärung sinnvoll – etwa in der hausärztlichen Praxis oder direkt bei approbierten Psychotherapeut:innen. Eine PTBS ist gut behandelbar: Als besonders wirksam gelten traumafokussierte Verfahren wie die Traumatherapie, darunter die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie und EMDR. Eine Online-Psychotherapie ist oft ohne lange Wartezeit möglich – passende Therapeut:innen finden Sie über unsere Therapeut:innensuche. In akuten Krisen erreichen Sie die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 111 0 111.

Selbsttest starten: 9 Fragen beantworten

Während des schlimmsten Erlebnisses fühlten Sie sich hilflos?

Während des schlimmsten Erlebnisses hatten Sie starke Angst oder waren voller Entsetzen?

Haben Sie sich bemüht, Aktivitäten, Menschen oder Orte zu meiden, die Sie an das Erlebnis erinnern?

Haben Sie deutlich weniger Interesse an Aktivitäten, die vor dem Erlebnis wichtig für Sie waren, oder haben Sie sie deutlich seltener unternommen?

Fühlten Sie sich den Menschen Ihrer Umgebung deswegen entfremdet und anders?

Fühlten Sie sich abgestumpft oder taub (z. B. nicht weinen können oder sich unfähig fühlen, liebevolle Gefühle zu erleben)?

Hatten Sie durch das Erlebnis das Gefühl, dass sich Ihre Zukunftspläne und Hoffnungen nicht erfüllen werden (z. B. dass Sie keine Kinder haben oder dass Sie keinen Erfolg im Beruf haben würden)?

Hatten Sie Ein- oder Durchschlafstörungen seit dem Erlebnis (d. h., vorher noch nicht)?

Waren Sie nervös oder schreckhaft (z. B. wenn jemand hinter Ihnen Geräusche macht)?

Häufige Fragen

Ist dieser PTBS-Test eine Diagnose? +

Nein. Der Test ist eine orientierende Selbsteinschätzung auf Basis typischer Screening-Fragen zur posttraumatischen Belastungsstörung. Ob tatsächlich eine PTBS vorliegt, können nur Ärzt:innen oder Psychotherapeut:innen in einem ausführlichen Gespräch feststellen. Gerade bei möglichen Traumafolgen ist eine sorgfältige fachliche Abklärung wichtig.

Wie wird der PTBS-Test ausgewertet? +

Die beiden Eingangsfragen zählen bei einem Ja je einen Punkt, die sieben Symptomfragen je nach Häufigkeit 0 bis 3 Punkte. Der Gesamtwert liegt zwischen 0 und 23 Punkten: 0-9 spricht für ein niedriges, 10-19 für ein mittleres und ab 20 für ein hohes PTBS-Risiko. Die Schwellen sind Orientierungswerte, keine Diagnose.

Sind Beschwerden nach einem schlimmen Erlebnis immer eine PTBS? +

Nein. Anspannung, Schlafprobleme, wiederkehrende Erinnerungen und starke Gefühle sind in den ersten Tagen und Wochen nach einem belastenden Ereignis eine normale Reaktion der Psyche. Bei den meisten Menschen klingen diese Beschwerden von selbst ab. Von einer PTBS spricht man erst, wenn die Symptome länger als etwa vier Wochen anhalten oder den Alltag deutlich beeinträchtigen.

Welche Symptome sind typisch für eine PTBS? +

Kennzeichnend sind drei Symptombereiche: ungewolltes Wiedererleben des Ereignisses in Form von aufdrängenden Erinnerungen, Flashbacks oder Albträumen; das Vermeiden von Orten, Menschen und Gedanken, die daran erinnern; sowie anhaltende Übererregung mit Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit und Schlafstörungen. Auch emotionale Taubheit und ein Gefühl der Entfremdung von anderen sind häufig.

Ist eine PTBS behandelbar? +

Ja, eine PTBS ist gut behandelbar. Als besonders wirksam gelten traumafokussierte Psychotherapien, etwa die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie und EMDR. Eine Behandlung lohnt sich auch dann, wenn das Ereignis schon Jahre zurückliegt.

Wann sollte ich mir professionelle Hilfe suchen? +

Wenn die Beschwerden länger als etwa vier Wochen anhalten, sehr stark ausgeprägt sind oder Ihren Alltag, Ihre Arbeit oder Ihre Beziehungen deutlich beeinträchtigen, sollten Sie sich an Ihre hausärztliche Praxis oder an Psychotherapeut:innen wenden. In akuten Krisen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 111 0 111 erreichbar.

Quellen

Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine professionelle medizinische Beratung.
Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine approbierte Psychotherapeut:in oder Ärzt:in.