Anzeichen einer Angststörung und der Weg zur richtigen Diagnose

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. In Deutschland sind etwa 12 Millionen Menschen von Angststörungen betroffen. In Europa sind es sogar 60 Millionen. Generalisierte Angststörungen sind häufig das Ergebnis einer Reihe von Faktoren, einschließlich Genetik, Lebensereignisse und neuronalen Bedingungen. Es ist wichtig, zwischen Angstgefühlen und einer generalisierten Angststörung zu unterscheiden, denn nur eine richtige Diagnose, durch eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten, kann dazu beitragen, dass Betroffene die nötige Erleichterung, Betreuung und Anpassung erhalten, um ihre Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Einleitung

Es ist völlig normal, dass jeder von uns gelegentlich Angstgefühle verspürt – sei es vor einem Vorstellungsgespräch, einer wichtigen Präsentation oder einer entscheidenden Prüfung. Diese Gefühle sind menschlich und ein Teil unseres Daseins. Jedoch entwickelt nicht jeder Mensch eine generalisierte Angststörung, die das tägliche Leben nachhaltig beeinträchtigen kann.

Sie fragen sich vielleicht, wie Sie unterscheiden können, ob Ihre Angstgefühle Teil der normalen Herausforderungen des Lebens sind oder ob sie auf eine generalisierte Angststörung hindeuten. Der sicherste Weg, Klarheit zu erhalten und Unterstützung zu finden, ist der Gang zu einer medizinischen Fachkraft. Ein vertrauensvolles Gespräch mit einem Arzt oder einer Psychotherapeutin über Ihre Symptome ist der erste Schritt auf dem Weg zur Diagnose und Hilfe. Es zeugt von großer Stärke, sich Hilfe zu suchen und den ersten Schritt in Richtung Verständnis und möglicher Heilung zu gehen.

Symptome einer Angststörung

Es existieren spezifische Symptome, die oft mit einer Angststörung assoziiert werden und die Ihnen dabei helfen können zu entscheiden, ob es Zeit ist, den nächsten Schritt zu gehen und eine fachkundige Diagnose sowie Behandlung zu suchen. Bitte bedenken Sie, dass eine Therapie auch dann von Nutzen sein kann, wenn Sie nicht der Überzeugung sind, an einer Angststörung zu leiden, aber dennoch gelegentlich mit Angstzuständen konfrontiert sind. Es ist ein Zeichen von Stärke und Fürsorge für sich selbst, professionelle Unterstützung in Betracht zu ziehen, um sowohl mit den Herausforderungen einer Angststörung als auch mit alltäglichen Ängsten effektiv umgehen zu können.

Exzessive Besorgnis

Übermäßige Sorgen kennzeichnen oft eine generalisierte Angststörung. Doch wann gelten Sorgen als exzessiv? Ein wertvoller Hinweis darauf ist, ob Sie in den vergangenen sechs Monaten an vier oder mehr Tagen pro Woche von anhaltenden Sorgen oder Stress betroffen waren. Hat dies Ihre Fähigkeit beeinträchtigt, Ihr Leben zu führen und Ihre alltäglichen Aufgaben zu bewältigen? Ihre Sorgen sind möglicherweise nicht nur übermäßig, sondern auch besonders belastend. Es ist wichtig, auf diese Signale Ihres Körpers und Geistes zu achten und zu erkennen, wann es an der Zeit ist, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um Ihre Lebensqualität zu verbessern und wieder mehr Gelassenheit im Alltag zu finden.

Schwierigkeiten beim Schlafen

Die Hälfte der Menschen, die an Angststörungen leiden, haben Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen. Wenn Sie nachts wegen rasender Gedanken, Sorgen und Unruhe wach liegen, kann dies ein Anzeichen für eine Angststörung sein. Es kann auch vorkommen, dass Ihre Sorgen nicht an konkrete Situationen gebunden sind. Möglicherweise erleben Sie ein allgemeines Gefühl der Unsicherheit, das Sie am Schlafen hindert.

Muskelverspannungen oder Schmerzen

Je nachdem, wie lange Sie bereits mit der Angst zu kämpfen haben, bemerken Sie Ihre Muskelverspannungen oder Schmerzen möglicherweise gar nicht mehr – sie sind einfach ein Teil Ihres Lebens geworden. Bei Menschen mit Angststörungen kann es zu stressbedingten Muskelverspannungen kommen, insbesondere im Rückenbereich. Oft werden diese Symptome mit anderen Faktoren, wie langen sitzenden Tätigkeiten oder unzureichender Bewegung, in Verbindung gebracht.

Wenn Sie Schmerzen ohne erklärbare Ursache verspüren, könnte dies mit Ihren Angstzuständen zusammenhängen.

Übelkeit oder Verdauungsstörungen

Stress und Angst sind nicht nur Belastungen für den Geist, sondern können sich auch körperlich manifestieren, oft in Form von Übelkeit oder Verdauungsstörungen. Diese Symptome können durch den anhaltenden Stresszustand noch verschärft werden. Es ist eine unglückliche Tatsache, dass diese Probleme die Tendenz haben, sich gegenseitig zu verstärken, insbesondere wenn sie unbeachtet und unbehandelt bleiben. Die Auswirkungen von Stress und Angst auf den Körper sind ein deutliches Signal dafür, wie eng unsere physische Gesundheit mit unserem emotionalen Wohlbefinden verknüpft ist. Es unterstreicht die Bedeutung, nicht nur für unsere mentale, sondern auch für unsere körperliche Gesundheit zu sorgen, indem wir achtsam mit uns selbst umgehen und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Intoleranz gegenüber Ungewissheit

Fällt es Ihnen schwer, mit Ungewissheit umzugehen? Personen, die unter Angststörungen leiden, finden sich oft in einem Strudel von Selbstzweifeln wieder, besonders wenn es um Entscheidungen geht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Sie sich dabei ertappen, immer wieder dieselben Gedanken zu durchleben, als ob Ihr Geist versucht, durch endloses Wiederholen eine Form der Sicherheit oder Klarheit zu finden. Diese Schwierigkeit, Ungewissheit zu tolerieren, kann tiefgreifend sein und beeinflusst nicht nur Ihre Entscheidungsfindung, sondern kann auch zu einer Quelle ständiger Besorgnis und Unruhe werden.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Sie nicht allein mit diesem Empfinden sind. Viele Menschen erleben ähnliche Herausforderungen, und es gibt Wege, diese zu überwinden. Der erste Schritt besteht darin, anzuerkennen, dass es in Ordnung ist, nicht alle Antworten zu haben und dass Ungewissheit ein natürlicher und unvermeidlicher Teil des Lebens ist. Professionelle Unterstützung kann Ihnen dabei helfen, Strategien zu entwickeln, um mit diesen Gefühlen umzugehen, Ihre Resilienz gegenüber den Unwägbarkeiten des Lebens zu stärken und letztendlich einen friedvolleren und zufriedeneren Alltag zu führen.

Unterstützung bei einer Angststörung

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen bei sich feststellen, könnte es an der Zeit sein, sich an eine psychotherapeutische Fachkraft zu wenden, um Ihre Angst zu besprechen. Ein einfacher und unkomplizierter Weg, Hilfe zu finden, ist die Online-Psychotherapie. Plattformen wie Therapy Lift bieten Ihnen den schnellsten und einfachsten Zugang zu professionellen Behandelnden. Diese Form der Therapie ermöglicht es Ihnen, von jedem Ort aus und zu flexiblen Zeiten Unterstützung zu erhalten, was besonders wertvoll sein kann, wenn Sie einen vollen Terminkalender haben oder sich in einer Umgebung befinden, in der psychotherapeutische Angebote weniger zugänglich sind. Es ist ein mutiger Schritt, sich Hilfe zu suchen, und Online-Psychotherapie kann ein wertvolles Werkzeug auf Ihrem Weg zur Besserung sein.